Offener Brief der Schweizer Parlamentariergruppe für Tibet an Thermo Fisher zur Massen-DNA-Sammlung in Tibet

25. Mai 2023

Genf: Die Schweizerische Parlamentarische Gruppe für Tibet hat ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht und Thermo Fisher Scientific Inc. aufgefordert, "Zweifel" an Informationen über seine unethischen Geschäftspraktiken mit China auszuräumen, insbesondere an Material, das für die massenhafte Sammlung von DNA von Tibetern in Tibet bereitgestellt wurde.

In einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden von Thermo Fisher Scientific äußerte die parlamentarische Gruppe ihre Besorgnis darüber, dass das Unternehmen die repressive Politik und die Praktiken Chinas in Tibet in großem Umfang "unterstützen" könnte. Die parlamentarische Gruppe forderte das Unternehmen auf, die Maßnahmen zu beschreiben, die ergriffen wurden, um sicherzustellen, dass bei der Lieferung von Materialien an China für die massenhafte Sammlung von DNA in Tibet die Sorgfaltspflicht der Unternehmen berücksichtigt wird.

Thermo Fisher wurde aufgefordert, die Maßnahmen zu beschreiben, die ergriffen wurden, um die "ethische Verwendung des Materials, das China zur Verfügung gestellt wird", zu gewährleisten, und auch um Informationen zu bitten, die die ethische Verwendung der Probensammlung und der Analyse der Daten durch China "garantieren". Bezeichnenderweise hat die parlamentarische Gruppe die Frage aufgeworfen, ob Thermo Fischer bei der Lieferung von Geräten zur Entnahme von DNA-Proben an China die "Deklaration von Helsinki" einhält.  Ein Forschungsbericht hat ergeben, dass fast eine Million Tibeter ab dem fünften Lebensjahr von den chinesischen Behörden unter dem Deckmantel verschiedener Programme, darunter auch "Massengesundheitsuntersuchungen", massenhaft DNA-Proben gesammelt werden.

Die Besorgnis über die massenhaften DNA-Sammlungen in Tibet durch China wurde während des letzten Treffens mit der parlamentarischen Gruppe der Schweiz für Tibet am 7. März 2023 ausführlich erörtert und die Parlamentarier wurden aufgefordert, diesbezüglich Maßnahmen zu ergreifen. Wie von den Mitgliedern der parlamentarischen Gruppe während des Treffens bekräftigt wurde, verfolgt die parlamentarische Gruppe weiterhin die Situation in Tibet, einschließlich der Fragen bezüglich der unethischen Geschäftspraktiken in Tibet und China durch multinationale Unternehmen. Der Abgeordnete Thinlay Chukki begrüsste die Haltung der Schweizerischen Parlamentariergruppe für Tibet und dankte ihr für ihre anhaltenden Bemühungen zur Lösung des China-Tibet-Konflikts.

 

Bericht des Tibet Bureau Genf

Übersetzt durch Nyima Arya

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