Tibeter stürzt sich aus Protest zu Tode

Aus Protest gegen Minenarbeiten hat sich am 7. Mai der 32-jährige Phakpa Gyaltsen durch einen Sprung von einem Gebäude das Leben genommen. Bevor er sich vom Dach eines Gebäudes in Dzogang in der osttibetischen Präfektur Chamdo stürzte, stach er noch zweimal mit dem Messer auf sich ein.

Ein Informant von RFA gab an, er habe vor seiner Tat gegenüber Freunden bemerkt, er würde „etwas“ aus Protest gegen die Minenarbeiten in der Region unternehmen. Nachdem er das Dach des Gebäudes betreten hatte, rief er Parolen für die Freiheit Tibets. Versuche, ihn am Sturz zu hindern, waren erfolglos; er sei nach dem Sturz sofort tot gewesen.

Zwei Monate zuvor hatten am nahe gelegenen See Madok Tso Arbeiten begonnen, die nach regierungsoffiziellen Angaben einem Dammbau dienten. Die Tibeter misstrauten jedoch diesen Angaben und waren der Überzeugung, dass dort Bodenschätze abgebaut werden sollen. Sie organisierten rund um die Uhr im Schichtbetrieb Wachen, die die Arbeiten genau beobachteten. Einige der Beobachter wurden festgenommen, aber nach einigen Tagen wieder freigelassen. Die Behörden boten den lokalen Bewohnern erfolglos je Yuan 10‘000 (ca. Fr. 1‘400) als „Kompensation“ an, wenn sie die Proteste unterliessen.

Seit der Tat sind alle Kommunikationwege nach Dzogang unterbrochen. Phakpa Gyaltsen hinterlässt drei kleine Kinder und seine Frau, die gerade ihr viertes Kind erwartet.

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