Selbstverbrennungen in Tibet Mönch wegen Beihilfe verurteilt

Protestdemonstration von Exil-Tibetern am Donnerstag in Neu-Delhi

Die chinesische Regierung begegnet der Serie von Selbstverbrennungen in den tibetischen Regionen Chinas jetzt mit harten Strafen. Ein Gericht in der Region Aba in der chinesischen Provinz Sichuan hat am Donnerstag einen tibetischen Mönch wegen Anstiftung zur Selbstverbrennung zum Tod mit Bewährungsaufschub verurteilt. Der 40 Jahre alte Lorang Konchok aus dem Kloster Kirti in Aba und sein 30 Jahre alter Neffe, Lorang Tsering, ein Viehzüchter, wurden für schuldig befunden, acht Tibeter zur Selbstverbrennung angestiftet oder genötigt zu haben. Dies habe zu drei Todesfällen geführt, in den anderen Fällen habe Polizei die Selbstverbrennung verhindern können oder die Betroffenen hätten den Plan aufgegeben.

Lorang Tsering wurde zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt. Nach einem Bericht der Pekinger Global Times hatte Lorang Konchok vor Gericht gestanden, dass er den Betreffenden gesagt habe, die Selbstverbrennung sei eine heldenhafte Tat für die große Sache der tibetischen Unabhängigkeit. Er habe ihnen versprochen, die Informationen über ihre Tat nach Indien weiterzugeben, wo man der Opfer und ihrer Familien gedenken werde. Der Mönch sagte, er habe auf Anweisung eines früheren Mönches aus Kirti gehandelt, der jetzt Verbindungsmann zu den Exil- Tibetern sei. Lorang Konchok wird als einer der leitenden Mönche in dem Kloster Kirti bezeichnet.

China beschuldigt Dalai Lama

Es ist das erste Mal , dass in China die Anstiftung zur Selbstverbrennung als Mord verfolgt und vor Gericht gebracht wurde, nachdem der Oberste Gerichtshof, das Polizeiministerium und die Oberste Staatanwaltschaft eine entsprechende gemeinsame Direktive ausgegeben hatten. Die beiden Angeklagten seien in Kontakt mit tibetischen Organisationen im Ausland gewesen und hätten Informationen über die Selbstverbrennungen an „ausländische Medien“ weitergeleitet. Diese hätte die Informationen dann benutzt, um den Separatismus anzuheizen, hieß es in dem Urteils-Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua. Die Urteile seien milder ausgefallen, weil die Angeklagten geständig waren und mit den Behörden kooperiert hätten, hieß es.

Eine Todesstrafe mit Bewährungszeit wird in der Regel in eine lange Haftstrafe umgewandelt. Seit Beginn des Jahres 2009 haben sich nach Berichten von Exil-Tibetern und ihrer Unterstützungsorganisationen wahrscheinlich 100 Tibeter in den tibetischen Regionen Chinas aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über Tibet selbst verbrannt. Die chinesische Regierung beschuldigt den Dalai Lama hinter den Selbstverbrennungen zu stehen. Der Dalai Lama fordert von der chinesischen Regierung eine Untersuchung der Fälle.

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