Losar Feier in Zürich, Schweiz

Affoltern, Zürich: Die Zürcher Sektion der tibetischen Gemeinschaft der Schweiz feierte am Samstag, 8. Februar 2020, in Zürich Affoltern das Losar, tibetisches neues Jahr.

Rund 300 Personen nahmen mit grossem Geist und Enthusiasmus an der celebration་ teil.

Khen Rinpoche Ven Thupten Legmen und Mönche vom Tibetischen Institut Rikon; Europe Chitue Samdho Jampa ; Frau Thinley Choekyi vom Tibetischen Büro Genf; und Herr Chokchampa Phuntsok, Vize präsident der Tibetischen Gemeinschaft der Schweiz und Liechtensteins waren die Hauptgäste.

Die Veranstaltung begann am Nachmittag mit der Aufstellung des Porträts Seiner Heiligkeit des Dalai Lama auf dem Thron auf der Bühne, die in einem  traditionellen Rahmen dekoriert war und einen Blick auf den typischen tibetischen Losar-Altar ermöglichte.

Die tibetische Nationalhymne wurde gesungen, gefolgt von Solcha und Dresil, tibetischem Tee und verheißungsvollem Süßreis, die den Gästen und Teilnehmern serviert wurden.

Herr Tsering Norbu Wakar, Präsident der Sektion der Tibetischen Gemeinschaft Zürich, begrüsste die Versammelten und sprach zu ihnen. Er erklärte, dass der Grund, Losar im Voraus zu feiern, darin besteht, die tibetische Gemeinschaft zusammenzubringen, um Losar gemeinsam auf traditionelle Weise zu feiern. Da die Tibeter in Zürich verstreut leben, ist es sehr wichtig, eine solche Veranstaltung im Voraus zu organisieren. Er sagte, ein solches Ereignis werde das Bewusstsein der jüngeren Generationen für die tibetische Kultur, Religion und Tradition fördern.

Er appellierte an die Versammlungen, sich mehr für die Arbeit der tibetischen Zentralverwaltung in Dharamsala zu interessieren, und forderte die Menschen auf, sich aktiv an der Gemeinschaftsarbeit zu beteiligen, vor allem an ihren Bemühungen, öffentliche Veranstaltungen für die Sache Tibets zu fördern.

Frau Thinley Choekyi, die das Tibetische Büro Genf vertritt, wünschte der Versammlung ein glückliches und fröhliches tibetisches Neujahr. Sie betonte die Bedeutung der Bildung in der tibetischen Gemeinschaft und betonte, dass diese Bildung im Dienst der Gemeinschaft genutzt werden sollte.

Kulturellen Darbietungen begannen mit  tibetische Studenten mit Losar-Lieder und  Tänzen. Der ehemalige Zürcher Wochenend-Tibetischlehrer Penpa Tsering führte Drekar auf, eine vielversprechende Clown-Performance, gefolgt von vielen anderen Darbietungen von viele verschiede Darsteller.

Die Tänze und Lieder, die von den Schülern aufgeführt wurden, wurden vom Publikum sehr geschätzt. Die Eltern waren damit beschäftigt, Fotos von ihren Kindern zu machen, die traditionelle Tänze in traditionellen Gewändern auf der Bühne vorführten.

Den Teilnehmern wurde ein Abendessen mit köstlichen Menüs serviert. Kulturelle Darbietungen, Bingo und andere Aktivitäten wurden fortgesetzt, und gegen 23 Uhr schloss die Veranstaltung mit Gorshay, kollektiven Tänzen aller Anwesenden mit Erfolg.

Nyima Arya

Losar ist das tibetische Wort für Neujahr. Lo heißt Jahr und sar heißt neu. Losar ist der wichtigste Feiertag in Tibet. Er wird mit Abweichungen auch gefeiert bei den Yolmo, Sherpa, Tamang, Bhutia, in Bhutan und von den Tibetern in aller Welt.

Losarfeiern gab es offenbar schon vor buddhistischer Zeit. Vorbereitende Übungen mit Textlesung und Meditation beginnen üblicherweise fünf Tage vorher. Zu Losar bekommt das Haus einen frischen Anstrich, die Familie bekommt frische, neue Kleider, Streitigkeiten werden beigelegt und Schulden beglichen. Man beginnt sozusagen ein neues Leben.

Das Datum des tibetischen Neujahrs hat sich im Lauf der Geschichte immer wieder geändert. Es beginnt mit dem ersten Frühlingsmonat, wobei die hierbei angewandten lunaren Monate die Zeit von Neumond zu Neumond bezeichnen. Damit das Jahr immer zum Frühlingsanfang beginnt, ist der tibetische lunisolare Kalender dem Sonnen-Jahr angepasst, manche Jahre dauern daher 13 statt 12 Monate. Wie in China, der Mongolei und weiteren Ländern des Kulturkreises wird jedes Jahr fortlaufend einem von 12 Tiernamen des Ostasiatischen Tierkreiszyklus, einem von 5 Elementen und zusätzlich – anders als in China – den männlichen oder weiblichen Energien zugeordnet. So begann z. B. am 24. Februar 2020 mit dem Tag nach dem Neumond das tibetische männliche 2147. Jahr des Metal –Mouse.

Am ersten Tag des Losarfests wird überwiegend in der Familie gefeiert. Häufig werden Speisen zuerst in einer Tsog-Puja den Buddhas dargeboten. Der zweite Tag ist religiösen Dingen gewidmet, große Thankas (sakrale Stoffbilder) werden in den Klöstern ausgehängt, Cham-Tänze bewundert und an Klosterzeremonien teilgenommen. Am dritten Tag wird in der Öffentlichkeit gefeiert, meist unter freiem Himmel, und chang (Gerstenbier) getrunken. Als bedeutendes buddhistisches Erneuerungsritual kann die Zeremonie auch 15 Tage dauern. Am zweiten Tag des neuen Jahres ist es Brauch, sich gegenseitig zu besuchen.

Da dem Tag der Geburt in dieser Kultur damals keine besondere Bedeutung zukommt, wird i. d. R. zu Losar auch Geburtstag gefeiert und jeder somit ein Jahr älter.

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