Kundgebung für ein freies Tibet - Protestzug zum chinesischen Generalkonsulat in Zürich

Die Exiltibeter versammelten sich um 15 Uhr auf dem Werdmühleplatz. Sie gedachten zunächst der rund 100 jungen Männer, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten aus Protest gegen die chinesischen Besetzer mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt und auf diese Weise das Leben genommen hatten. Aus Pietät verzichteten sie auf weitere Feierlichkeiten zum Auftakt des tibetischen Jahrs der Wasserschlange. In Tibet ist Losar, wie Neujahr dort genannt wird, das wichtigste Fest.

Anschliessend zogen die Frauen, Männer und Kinder via Bahnhofstrasse, General-Guisan-Quai und Seestrasse zum chinesischen Generalkonsulat an der Bellariastrasse. Manche Kundgebungsteilnehmer waren in traditionelle Gewänder gekleidet. Die Vordersten trugen ein breites Banner mit der Aufforderung: «Bringt Tibet zurück auf die Landkarte». Der von der Polizei bewilligte und begleitete, gut einstündige Zug verlief geordnet und beeinträchtigte den Verkehr nur wenig.

Die meisten Demonstranten trugen tibetische Flaggen oder Schweizer Fähnchen mit sich. Etliche hatten an Mützen oder Oberarmen mit Bändern Flugblätter befestigt, die das Bild des in einem chinesischen Gefängnis sitzenden Aktivisten Lobsang Kunchok zeigten und die Welt aufforderten, dessen Leben zu retten. Die Exiltibeter skandierten Parolen wie «China. China. China. Raus! Raus! Raus!» oder - auf englisch - «Stoppt das Morden in Tibet», «Wir wollen Freiheit und Menschenrechte», «Schande über China!» und «Lang lebe der Dalai Lama».

Vor dem abgesperrten Strassenstück beim chinesischen Generalkonsulat in der Enge fand die Schlusskundgebung statt. Dieses Jahr habe ihnen die Polizei bloss eine halbe Stunde vor dem Konsulat zugestanden, erklärte einer der Organisatoren. In früheren Jahren sei es jeweils eine Stunde gewesen. Aber grundsätzlich habe man mit der Polizei ein gegenseitig gutes Verhältnis, gab sich der Mann versöhnlich.

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