Feuer wütet in Tibet: Schülerin stirbt nach Selbstverbrennungsprotest

Tsering Kyi, 19, die eine tibetische Mittelschule im Bezirk Machu (chin. Maqu), TAP Kanlho (chin. Gannan), Provinz Gansu, besuchte, setzte sich am 3. März auf einem Gemüsemarkt der Stadt Machu in der traditionellen tibetischen Region Amdo in Brand, sie starb unmittelbar danach.Nur Tage, ehe sie sich anzündete, verbrachte Tsering Kyi die Schulferien bei ihrer Familie im Dorf Draktho, Gemeinde Mema, wo sie geäußert haben soll: „In Ngaba und anderen Gegenden verbrennen sich die Tibeter. Wir sollten etwas für Tibet unternehmen. Das Leben ist sinnlos, wenn wir nichts für Tibet tun“.Dem tibetischen Parlament-im-Exil in Dharamsala zufolge war das Sicherheitspersonal sofort zur Stelle und riegelte den Markt ab.„Alle Mobiltelefone wurden konfisziert, damit die Nachricht über das Geschehen sich nicht verbreiten konnte. Den Leuten, die die Szene mitbekamen, wurde streng verboten, irgend etwas über die Selbstverbrennung weiterzugeben oder darüber zu sprechen“.Die Polizei ging später zu Tsering Kyis Familie, um zu ermitteln, und führte Durchsuchungen in der Nachbarschaft durch. Alle Websites in der Gegend wurden gesperrt, und die Leiter der Regierungsämter kamen auf die Protestaktion hin zu einer Besprechung zusammen. Tsering Kyis Körper befindet sich im Gewahrsam der lokalen Polizeistation.Radio Free Asia berichtete unter Berufung auf eine tibetische Exilquelle mit Kontakten zu Machu, chinesische Markthändler hätten das brennende Mädchen mit Steinen beworfen.Die chinesischen Händler alarmierten die Polizei, die sie anwies, auf alle Fälle zu verhindern, daß der Körper des Mädchens weggebracht würde.„Die chinesischen Händler auf dem Gemüsemarkt von Machu warfen Steine und Erde auf den brennenden Körper… die Tibeter auf dem Markt waren sehr aufgebracht, was fast zu einem größeren Zusammenstoß zwischen ihnen und den Chinesen geführt hätte“.Als die Polizei eintraf, schlug sie das Mädchen, während sie die Flammen löschte. Tsering Kyi starb auf der Stelle.Die tibetische Mittelschule Machu war bereits früher Schauplatz von Protesten, die ein Ende der scharfen Kontrolle der Tibeter forderten. Viele Schüler wurden festgenommen, weil sie sich den Behörden widersetzt hatten.„Sie ist jetzt umstellt von paramilitärischen Kräften und Kader führen die politische Umerziehung in der Schule durch. Auch die Häuser von tibetischen Familien in Machu werden durchsucht“, verlautet aus einer Quelle von RFA.Tsering Kyi hatte bereits früher gegen den Beschluß der chinesischen Regierung, Tibetisch als Unterrichtssprache in der Mittelschule abzuschaffen, protestiert. „Die Behörden erließen Richtlinien, daß Fächer wie Geschichte, Geographie, Chemie und Mathematik auf Chinesisch zu unterrichten seien. Dies stellt ein großes Problem für tibetische Lehrer und Schüler dar“.Dies ist der erste Fall von Selbstverbrennung in der Region Machu. Seit 2009 haben sich 25 Tibeter in Flammen gesetzt, wobei sie mehr Freiheit in Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil forderten.Vor der jährlichen Sitzungsperiode des „Ja-Sager-Parlaments“, des Nationalen Volkskongresses (NPC), „schwor“ Peking, alle Ausdrucksformen von Auflehnung in Tibet gnadenlos „niederzuschmettern“ und die Überwachung von Internet und Telefon in der Region zu verschärfen.Das tibetische Exilführung und Menschenrechtsgruppen befürchten, daß es in der brisanten Zeit um den 10. März noch zu weiteren Selbstverbrennungen und mehr Blutvergießen in Tibet kommen könnte.

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