«Die aktuellen Proteste in Tibet sind aussergewöhnlich»

Die aktuelle Situation in Tibet ist be­wegend: In letzter Zeit haben sich vermehrt Tibeter selbst angezündet, um gegen die chinesische Besatzung zu demonstrieren. Lobsang Shitsetsang ist von den Ereignissen mitgenommen, unermüdlich setzt sich der Vizepräsident der Schweizer und liechtensteinischen Tibeter-Gemeinschaft für das besetzte Land ein. Mit ernstem Blick und trockenen Worten erzählt der Hinwiler von tragischen Ereignissen, wie das­jenige einer alleinstehenden Mutter von vier Kindern, welche sich in Brand setzte und noch während ihrer letzten Momente Parolen gegen die chinesische Unterdrückung kundtat.
«Es ist im besonderen Masse eine junge Generation von Tibetern, welche das freie Tibet nie erlebt hat, die jetzt gegen China aufbegehrt», erklärt Shitsetsang. Er vermutet, dass es zum 59. Jahrestag des Volksaufstandes in ­Tibet am Samstag zu Unruhen gekommen sein wird, welche die Chinesen ­jeweils mit aller Brutalität niederschlagen. «Wer an einer Demonstration in Tibet teilgenommen hat, muss befürchten, durch die Chinesen anhand von Fotos identifiziert und abgeführt zu werden. Der Verbleib dieser politischen Häftlinge ist ungewiss, von vielen hört man nichts mehr.»
Dringende Veränderungen
Damit solche Missstände nicht in Vergessenheit geraten, hatte Shitsetsang für den Samstag wie jedes Jahr eine Demonstration in Bern organisiert. «Die Zeit, eine fried­liche Lösung zu finden, drängt», erläutert der Exiltibeter. «Einerseits wird China immer stärker und gewinnt auch international an Gewicht, andererseits ist der Dalai Lama – die Identifikationsfigur des Aufstands schlechthin – bereits 76 Jahre alt und Tibet wäre ohne ihn führungslos.»
Des Weiteren wächst die Anspannung durch die zunehmenden Proteste in Tibet und das immer schärfere Eingreifen Chinas. «Wir fühlen eine gewisse Ohnmacht ob der schrecklichen Ereignisse, doch gleichzeitig wächst durch die Entschlossenheit der Tibeter die Hoffnung auf eine Veränderung. Wir in der freien Schweiz sind den ­Tibetern eine Antwort schuldig, deshalb wollen wir unsere Solidarität mit ihnen demonstrieren.» mehr information in PDF
Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Montag, 12. März.

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