Der Myschkin-Preis der staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe wurde am Donnerstag im Gewandhaus verliehen. Nach seiner Premiere 2012 in Frankreich wurde er erstmalig in Deutschland vergeben. Die Gründer möchten damit Menschen ehren, deren Arbeit nicht im Licht der breiten Öffentlichkeit steht und dennoch von großer Bedeutung ist. Der Name dieser Auszeichnung leitet sich von der Romanfigur Fürst Myschkin aus Dostojewskis »Der Idiot« ab.

»Sie erinnern sich daran, dass Dostojewski mit seinem Roman »Der Idiot« den Versuch unternehmen wollte, das Ideal eines moralisch vollkommen schönen Menschen in gegenwärtiger Zeit darzustellen. Aus dieser Annahme heraus wuchs die Idee zu einem Preis, den man Menschen verleihen möchte, bei denen man solche Schwingungen »reifgewordenen Myschkinfaktors« für unsere Zeit wahrnehmen kann«, sagte Peter Sloterdijk, Mitglied im Gründungskomitee des Myschkin-Preises

Mit dem Ehrenpreis wurden in diesem Jahr der Linguist, Kapitalismus- und Globalisierungskritiker Noam Chomsky und der Schweizer Privatbankier Konrad Hummler ausgezeichnet. Letzterer erhielt die Ehrung insbesondere für seinen beständigen Einsatz für die Unabhängigkeit des Bankenplatzes und für das Bankgeheimnis geehrt.

Den mit 50.000 Euro dotierten Hauptpreis der Stiftung erhielt die Schwester des Dalai Lama, Jetsun Pema. Sie hatte sich über Jahrzehnte für tibetische Flüchtlingskinder eingesetzt, ihnen ein Dach über dem Kopf, Bildung, medizinische Hilfe und Heimat geboten.

»Hauptsächlich habe ich tibetische Kinder unterrichtet, die im Exil in Indien Leben müssen. Seine Heiligkeit, der Dalai Lama, sagt, dass das Beste, was wir für unsere Kinder und für die Zukunft Tibets tun können, ist, unseren Kinder eine gute Ausbildung zu ermöglichen«, sagte Jetsun Pema, Preisträgerin und Schwester des Dalai Lama

Die Preisträgerin zeigte sich sehr glücklich, dass ihre Arbeit der letzten 53 Jahre nun auch in der Welt wahrgenommen wird.

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