Goldene Schale aus Firmenich für den Dalai Lama

Der Dalai Lama lächelt, als er den „Global Speakers Award 2014“ entgegennimmt. Er umfasst die goldene Auszeichnung mit seinen Händen, nicht ahnend, dass das Kunstobjekt in der Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat in Firmenich entstanden ist. Und damit unweit des früheren tibetisch-buddhistischen Kamalashila-Instituts auf Schloss Wachendorf, das der Dalai Lama in den 1980er Jahren einmal persönlich beehrt hat.

Den Preis, den der Dalai Lama bekam, hat die German Speakers Association (GSA) ins Leben gerufen, um damit eine außergewöhnliche Persönlichkeit zu ehren, die „das Herz der Leute trifft“, so GSA-Mitglied Dr. Franz Alt.

Hermann J. Kassel hat in die Skulptur den Schriftzug „I am listening“ („Ich höre“) eingearbeitet, der in seiner Form an eine goldene Klangschale erinnert. Entstanden ist der Award in seinem Atelier in der Zikkurat. Anfang des Jahres war Kassel bei den „Petersberger Trainertagen“, einem Kongress des Projektes „Manager-Seminare“, engagiert worden.

Dabei beeindruckte der aus dem Ruhrgebiet stammende Wahl-Eifeler anscheinend auch die anwesenden Mitglieder der German Speakers Association, die ihn noch vor Ort um die Gestaltung ihres Awards baten. Hermann J. Kassel sagte sofort zu. Der einzige Haken an der Sache war, dass der Zeitraum zwischen Entwurf und Verleihung nur sieben Wochen betrug. Erhalten sollte seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama, den Preis nämlich während seiner bereits geplanten Europareise.

Kassel sammelte Ideen für die Gestaltung eines Rednerpreises. „Worum geht es beim Sprechen?“, fragte er sich und verfolgte gleich mehrere Ansätze: „Der Dalai Lama ist ein Mensch, der wirklich etwas zu sagen hat. Außerdem verbringt er jeden Tag mehrere Stunden in der Meditation, also mit dem »In-sich-hinein-hören«.“

Leitsatz prägt das Konzept

Rasch war die Idee zum Leitsatz „I am listening“ geboren, der nicht nur den Award prägt, sondern auch seine Bedeutung: Sprechen und hören, senden und empfangen, dieses Konzept spiegelt sich in der Form des Preises wider. Die vergoldete Konkavform erinnert an eine Klangschale, je nach Sichtweise auch an eine Satellitenschüssel.

Der Künstler stellte zunächst aus Holz und Spachtelmasse eine Rohform her. Diese Form für den Guss mit heißem flüssigen Metall füllte Kassel zunächst mit einem speziellen, besonders feinen Beton. Nach dem Guss wurde der künftige Award in zahlreichen Arbeitsschritten verspachtelt, geschliffen und vergoldet. „Da stecken Hunderte Stunden Arbeit drin“, sagte der 53-Jährige.

Die Preisverleihung fand im kleinen Rahmen statt, sehr zum Bedauern des Künstlers. „Im Moment der Übergabe wäre ich sehr gerne dabei gewesen.“ Im kommenden Jahr feiert die German Speakers Association ihr zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass soll auch der jährlich vergebene Deutsche Rednerpreis – der bisher zum Beispiel an Hans Dietrich Genscher, Margot Käßmann und Roman Herzog ging – neu gestaltet werden. Auch das soll Zikkurat-Künstler Hermann J. Kassel in die Hand nehmen. Ideen hat er schon. 

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