Die tibetischen Lhasa Boys zum 40. Mal am Albanifest

Warum heisst der Verein Lhasa Boys, wo doch die Frauen stets an vorderster Front tätig sind, Momos und Nudeln und selbst gemachten Reiswein verkaufen? Antwort: Weil der Verein zu Beginn ein Fussballclub von Exil-Tibetern war.

Das ist lange her, aber schon 1976 nahmen diese Lhasa Boys zum ersten Mal am Albanifest teil, im Jahr darauf wurde aus dem Verkaufsstand eine Festwirtschaft, die seither mehrere Male saniert und erweitert wurde. Mit 158 Plätzen gehört sie heute zu den grösseren am Albanifest.

Unterstützung für Landleute

Die Lhasa Boys sind mittlerweile Männer, Frauen und Nachkommen jeden Alters, 40 Mitglieder zählt der Verein. Sie betreiben ihre Festbeiz nicht als Selbstzweck, sondern ehrenamtlich ohne Entschädigung, um möglichst viel Geld in Hilfsprojekte für ihre Landsleute stecken zu können. 7 grössere und 37 kleinere Projekte haben sie bis heute mit rund 450 000 Franken unterstützt. Seit dem Jahr 2010 gehört das SOS-Kinderdorf in Dharamsala dazu; auch der Gewinn des diesjährigen Albanifests wird an 30 Schüler gehen, die dort im Kinderdorf leben.

Die Hilfstätigkeit der Lhasa Boys hat im vergangenen Mai einen bösen Dämpfer bekommen. Sie hatten in Bülach einen grossen Event organisiert mit tibetischen Musikern, die zum Teil aus den USA und Kanada anreisten. Dazu hatten sie die Stadthalle Bülach gemietet und sich in Unkosten gestürzt. Doch das Publikum kam nicht so zahlreich wie erhofft. Die Folge: 10 000 Franken Defizit.

Traditionelle Musik mit Tanz

Umso motivierter gehen die Lhasa Boys nun ihr 40. Jahr am Albanifest an. Der Reiswein gärt seit geraumer Zeit, tausende Momos und Shapaley (die frittierte Variante sozusagen) sind präpariert, die Zutaten für den Buttertee und den Lhasa-Kaffee (mit Schweizer Schnaps) sind gekauft, die Musiker haben geprobt, ebenso die traditionellen Tänzerinnen. Alles ist bereit für die Festbesucher, herzlich willkommen in Tibets Hauptstadt Lhasa. (Landbote)

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