Der Dalai Lama einmal mehr in Basel - mit vollem Programm

«Übermässige Erwartungen bringen immer Probleme mit sich», lautet ein Zitat des 14. Dalai Lama. Gross sind die Erwartungen aber sicher für das Wochenende vom 7./8. Februar. Dann kommt das geistliche Oberhaupt der Tibeter nämlich wieder nach Basel.

Vor 14 Jahren eröffnete der Friedensnobelpreisträger die Tibet-Ausstellung im Museum der Kulturen. Dieses Mal stehen Vorträge und ein buddhistisches Ritual auf dem Programm. Innert kurzer Zeit waren alle Tickets für den zweitägigen Anlass ausverkauft. Lobsang Gangshontsang, Präsident der einladenden «Tibeter Gemeinschaft in der Schweiz und Liechtenstein», erstaunt dies nicht. Für einen Tibeter sei es ein grosses Glück, den Dalai Lama erleben zu dürfen. Er verhelfe zu innerem Frieden. «Seine Heiligkeit ist ja die Ruhe selbst», sagt Gangshontsang, «und Sie werden sehen, in der St. Jakobshalle wird an diesen beiden Tagen eine einzigartige Sanftheit und Ruhe herrschen».

7600 Besucher aus 40 Ländern

Doch es pilgern nicht nur Tibeterinnen und Tibeter ins Joggeli und zu einer abschliessenden, ausschliesslich für sie gedachten Audienz ihres Oberhauptes. Interessierte Menschen aus rund 40 Ländern dürften unter den 7600 Besucherinnen und Besuchern sein. Viele junge Leute haben sich zudem als freiwillige Helfer gemeldet. Sie erhielten am Samstagmorgen eine erste Einführung im Rahmen von Workshops.

Dass der Dalai Lama einmal mehr in Basel Station macht, ist Zufall. Der Tibeter-Gemeinschaft wurde im Sommer 2014 beschieden, dass ein Besuch ihres Oberhaupts in der Schweiz an dem erwähnten Februarwochenende möglich sei. Sofort setzte der Präsident alle Hebel in Bewegung und suchte genug grosse und freie Räumlichkeiten – er fand sie in Basel respektive Baselland.

Zu Mittag bei der Basler Regierung

Auf Wunsch der Tibeter-Gemeinschaft vollzieht der Dalai Lama am Sonntag, 8. Februar, während dreier Stunden eine Initiation. In diesem Ritual wird er den Segen eines Buddhas, der für Mitgefühl steht, übertragen. Das ist Voraussetzung, um danach über diesen Buddha zu meditieren und dadurch Mitgefühl zu entwickeln. Nachmittags referiert der Dalai Lama über säkulare Ethik – eines seiner Lieblingsthemen. Er wird aufzeigen, dass menschliche Werte in unserer materiellen Gesellschaft wichtiger denn je sind und in der Schule gelehrt werden sollten.

Um das Streben nach innerem Erwachen geht es dem tibetischen Oberhaupt am Samstag in gleich zwei buddhistischen Unterweisungen. Dazwischen ist er zu einem Mittagessen mit der Basler Regierung eingeladen. Im Anschluss spricht Nobelpreisträger Matthieu Ricard über «Mehr Selbstlosigkeit in unserer Gesellschaft». Der Molekularbiologe lebt heute in Nepal als buddhistischer Mönch und ist seit langem der französische Übersetzer des Dalai Lama.

Tibet-Demo auf dem Barfi geplant

Das ist nur ein Punkt des reich befrachteten Rahmenprogramms, das bereits am 3. Februar beginnt und von der Sektion Nordwestschweiz der «Gesellschaft Schweizerisch Tibetische Freundschaft» mitgestaltet ist. Die Palette an Veranstaltungen reicht von Essen und Filmmatinee über eine Disco und Modenschau bis zum Folklore-Abend und Konzert. Nicht verpassen sollte man die Fotos und den Film «Hundert Tage in Tibet: Das Versprechen» von York Hovest. Er hatte dem Dalai Lama versprochen, verbotene Orte aufzusuchen. Diese zeigt er am 6. Februar um 18.30 Uhr in der St. Jakobshalle. Geplant ist ausserdem eine Kundgebung für Tibet auf dem Barfüsserplatz am 7. Februar um 18 Uhr.

Details zum Anlass und Rahmenprogramm: www.dalailama2015.ch

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