China verweigert Dalai Lama Nachfolgeentscheid

Der Titel werde von der Zentralregierung nach dem Tod und der Wiedergeburt des Dalai Lamas vergeben, sagte Sprecher Hong Lei. Kein Dalai Lama habe seinen eigenen Nachfolger bestimmt.

Der Dalai Lama hatte am Samstag erklärt, für den Fall, dass er wiedergeboren werde, werde er klare schriftliche Instruktionen hinterlassen. Das Thema werde voraussichtlich erst in einigen Jahren aktuell, sagte der 76-Jährige.

Aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über die Tibeter haben sich am Montag in Südwestchina zwei tibetische Mönche selbst angezündet. Nach ersten Befürchtungen, sie seien vielleicht ums Leben gekommen, berichteten chinesische Behörden, beide Mönche hätten mit leichten Verbrennungen überlebt.

Sie seien in einem «stabilen Zustand», zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua die Kreisverwaltung von Aba (Ngaba) in der Provinz Sichuan. Die jungen Mönche gehörten zum Kirti-Kloster am Stadtrand von Aba.

Seit 2009 haben sich in der Region fünf Mönche mit Benzin übergossen und in Brand gesetzt. Im März und August starben zwei Mönche bei solchen Protestaktionen.

Als Reaktion hat die chinesische Regierung nach exiltibetischen Angaben neue Truppen in die tibetisch bewohnten Gebiete entsandt. Die Sicherheitsmassnahmen wurden verschärft und hunderte Mönche einer «patriotischen Erziehungskampagne» unterzogen.

«Die jüngste Serie von Selbstverbrennungen bezeugt die Verzweiflung des tibetischen Volkes, die aus der gegenwärtig düsteren Lage erwächst, in der sie leben», teilte die exiltibetische Regierung im indischen Dharamsala mit.

Sie identifizierte die Mönche als den 18-jährigen Lobsang Kelsang und den 19-jährigen Lobsang Kunchok. Bei ihrem Protest hätten sie «Lang lebe der Dalai Lama» und «Wir wollen religiöse Freiheit in Tibet» gerufen, teilte das exiltibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) in Dharamsala mit. (sda)

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