50. und 51. Selbstverbrennung in Tibet: Zwei Teenager zünden sich selbst an und sterben

Zwei junge Tibeter zündeten sich am Montag, dem 27. August, um 8.30 abends in der Nähe des Klosters Kirti an, um gegen die Politik des kulturellen Genozids der chinesischen Regierung zu protestieren. Sie starben kurz darauf. Ihre Tat erfolgte zwei Tage, nachdem eine Nonne in der Nachbarpräfektur trotz der scharfen Restriktionen ganz alleine protestierte, bis sie festgenommen und abgeführt wurde.

Lobsang Kalsang, 18, ein Mönch aus dem Kloster Kirti, und Lobsang Damchoe, 17, der früher dort Mönch war, verbrannten sich an einer Stelle in der Nähe des östlichen Tors des Klosters Kirti und unweit der „Heldenstraße“ in Ngaba. So nennen die Einheimischen die Hauptstraße der Stadt, die zum Epizentrum der feurigen Proteste gegen die chinesische Herrschaft wurde.

In brennendem Zustand riefen sie Slogans gegen die chinesische Politik in Tibet, teilten die Mönche Kanyag Tsering und Lobsang Yeshe aus Dharamsala unter Berufung auf Kontakte in der Region mit.

„Augenzeugen sahen sie von Flammen umtobt etwa 20 Schritte rennen, ehe sie zu Boden fielen“. Aus den Flammen konnte man noch den tibetischen Schlachtruf „Ki! Ki!“ vernehmen.

Die Polizei brachte die beiden Jugendlichen ins Krankenhaus, zuerst nach Ngaba und dann in die naheliegende Stadt Barkham, „aber später am Abend, waren beide tot, und ihre Leichen sind noch im Gewahrsam der Behörden“, fuhren Tsering und Yeshe fort. „Ob die Leichen den Angehörigen ausgehändigt werden oder nicht, ist unbekannt“.

Zwei andere Bewohner von Ngaba, die anonym bleiben möchten, bestätigten die Vorfälle vom Montag, und sagten die Protestierenden hätten sich um etwa 11 Uhr Vormittags in der Nähe der Heldenstraße in Ngaba in Brand gesetzt.

Mit ihrer Tat steigt die Zahl der Selbstverbrennungen seit dem Beginn der Welle der feurigen Proteste im Februar 2009 auf 51, wobei sich fast alle in den tibetisch besiedelten Provinzen Westchinas ereigneten. Es waren fast durchwegs Proteste gegen die chinesische Herrschaft mit der Forderung nach der Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil.

Zu dem letzten derartigen Feuerprotest (vor dem vom heutigen Montag) kam es am 13. August, als ein Mönch des Klosters Kirti und ein ehemaliger Mönch sich anzündeten und in brennendem Zustand und Slogans rufend entlang der Hauptstraße der Stadt Ngaba liefen, ehe sie von der Polizei überwältigt und weggebracht wurden. Danach kam es zu Protestaktionen der Einheimischen, die von den Sicherheitskräften dermaßen brutal zusammengeschlagen wurden, daß ein Tibeter zu Tode kam.

Lobsang Damchoe, einer der beiden, die sich am Montag verbrannten, war ein Cousin von Lobsang Kalsang und der jüngere Bruder der Nonne Tenzin Choedron, die bei einem solchen Protest im Februar starb. „Er war Mönch im Kloster Kirti, legte aber später die Robe ab und wohnte bei seiner Mutter in einer Nomadengemeinschaft“.

Auf das Geschehen vom Montag hin nahm die chinesische Polizei den Zimmerkameraden von Lobsang Kalsang, Lobsang Palden, fest.

Unterdessen veranstaltete eine 39jährige Nonne ganz alleine am Samstag einen Protest in der Präfektur Kardze und rief, Tibet solle frei sein. „Eine Nonne namens Shedrub Lhamo protestierte in der Stadt Kardze am 25. August um etwa 8.30 vormittags“, teilte der in Indien lebende Mönch Pema Tsewang, Quellen in Kardze zitierend, mit.

„Sie rief Slogans, mit dem Wunsch nach einem langen Leben für den Dalai Lama und seiner Rückkehr nach Tibet und forderte Freiheit für Tibet. Sie warf auch einige Flugblätter in die Luft, ehe sie von der Polizei festgenommen wurde“.

„Was auf den Flugblättern stand, ist nicht bekannt, aber ein ausländischer Tourist, der gerade dort vorbeiging, machte eine Aufnahme des Blattes und wurde prompt festgenommen, fuhr Pema Tsewang fort. „Die Polizei konfiszierte seine Kamera und nahm ihn in einem Fahrzeug mit. Ob er später wieder freikam oder nicht, ist unklar“.

„Verwandte der Nonne gingen zu dem Haftzentrum, um ihr einige Kleidungsstücke zu bringen. Die Polizei nahm diese entgegen und sagte, sie würden der Nonne ausgehändigt werden“.

Shedrub Lhamo, eine Nonne des Klosters Ganden Choeling In Kardze, ist aus dem Dorf Shang Khag in der Gemeinde Khadrag des Bezirks Kardze gebürtig.

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